Mit den richtigen Soft Skills zum Erfolg!
Soziale Kompetenzen erlernen

Soziale Kompetenzen erlernen

Sie haben von ihren Eltern oder in der Schule gelernt, „nein“ zu sagen, Wünsche und Forderungen zu äußern und positive oder negative Gefühle offen auszudrücken? Glückwunsch, dann sind Sie sozial kompetent und verfügen damit über eine der entscheidenden Schlüsselqualifikationen für das heutige Berufsleben. Wer dagegen als Kind zu allem „ja“ und „Amen“ gesagt hat oder nie gelernt hat, seine Gefühle auszudrücken, wird später als Duckmäuser enden oder als anderweitig sozial inkompetentes Individuum. Für ihn ist dann alles zu spät, denn wie das Sprichwort schon sagt: was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

Das zumindest behaupten in punkto sozialer Kompetenz, etwas überspitzt formuliert, so manche Psychologen. Für die ist soziale Kompetenz eine Charakterfrage, und der Charakter bildet sich bekanntlich zu größten Teilen in der Kindheit und frühen Jugend heraus. Wer also bis spätestens zum Schulabschluss nicht gelernt hat, mit anderen Menschen einfühlsam, fair, konstruktiv oder auf andere Weise kompetent umzugehen, ist für das spätere Berufsleben wohl weitgehend verloren. Aber stimmt das wirklich?

Früh übt sich: Soziale Kompetenz beginnt im Kinderalter

Um die Frage ernsthafter anzugehen: Tatsächlich legen viele Studien nahe, dass mit der Erziehung zur sozialen Kompetenz nicht früh genug begonnen werden kann. Dazu ist eine gewisse Konsequenz und Toleranz vonnöten. Am Erfolgreichsten ist „soziales Lernen“ zudem in der Regel dann, wenn es in Form selbst erlebter authentischer Beispiele erfolgt. Die traditionellen Orte dafür sind die Familie oder die Schule. Während sich für die familiäre Erziehung bestenfalls Empfehlungen oder mögliche Richtlinien vorgeben lassen, ist soziale Kompetenz zumindest in heutigen Bildungsreformplänen als wesentliches Bildungs- und Erziehungsziel fest verankert. Methoden, die in der Schule das Erlernen sozialer Kompetenzen in diesem Sinne erleichtern sollen, sind etwa das autonome Lernen, das offene Lernen oder der kommunikative Unterricht.

Soft Skills im Alltag

Aber auch der alltägliche Umgang mit Freunden beispielsweise kann einem Kind soziale Kompetenzen wie Toleranz, Konflikt- oder Kompromissfähigkeit lehren. Deswegen sollte man die Sache auch nicht so dogmatisch sehen und soziale Kompetenz etwa als eine Art Katalog von Fähigkeiten und Verhaltensweisen betrachten, die jeder Mensch unbedingt zu lernen bzw. „abzuarbeiten“ hat. Bei einem Kind, das in einer halbwegs „normalen“ sozialen Umgebung aufwächst, das Familie und Freunde hat, dürfte sich vieles davon sowieso ergeben. Dass schwierige Familienverhältnisse, dass Faktoren wie Gewalt oder Vernachlässigung zu Verhaltensstörungen führen und soziale Fähigkeiten beinträchtigen können: keine Frage. Aber das ist dann eher der (pathologische) Ausnahmefall.

Sozialkompetenzen sind ausbaufähig

Ansonsten dürften, optimistisch betrachtet, die meisten Menschen im Erwachsenenalter über einen Grundstock an sozialen Kompetenzen verfügen. Dass diese von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausgeprägt und vielleicht noch ausbaufähig sind, ist ebenfalls keine Frage. Dass sie tatsächlich ausbaufähig sind, davon geht jedenfalls auch die Erwachsenenbildung aus, wo der Erwerb sozialer Kompetenzen seit Jahren als wichtiges Lernziel gilt. Hintergrund sind hier ebenfalls sehr oft die Anforderungen des heutigen Wirtschaftslebens und der zunehmende Ruf nach „soft skills“ bzw. sozialen Kompetenzen – auch bei handwerklichen oder technischen Berufen. Aber auch hier gilt, dass etwa Seminare zu dem Thema durchaus helfen können, vorhandene Defizite zu erkennen und darauf zu reagieren, das heißt: wichtige Anstöße zu geben. Am meisten dürfte jedoch anhand selbst erlebter Beispiele (oder Fehler) zu lernen sein.

Soziale Kompetenz als ständiger Lernprozess

Die Verantwortung dafür lässt sich in dem Fall aber nicht mehr auf die Eltern oder Schule schieben, sondern liegt bei jedem selbst. Deswegen hat soziale Kompetenz immer auch mit „Selbstkompetenz“ zu tun. Das heißt unter anderem damit, eigene Fähigkeiten oder Schwächen zu erkennen und damit erfolgreich umzugehen; oder auch, sich mit eigenen Werten und Motiven zu identifizieren und diese im Umgang mit anderen bei Bedarf auch zu hinterfragen. Dies ist aber ein Prozess, der niemals wirklich abgeschlossen ist; genauso wie das Lernen von sozialer Kompetenz. Überspitzt könnte man sogar sagen, dass mit jedem Menschen, dem wir neu begegnen, das Lernen bzw. Überprüfen unserer sozialen Kompetenzen neu beginnt; und es täglich von neuem gilt, unsere Toleranz, Kompromissfähigkeit, etc. zu erproben. Somit wäre soziale Kompetenz nicht nur erlernbar, sondern (einmal angefangen) ein niemals abgeschlossener Lernprozess.

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