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In drei Schritten zur sozialen Kompetenz

In drei Schritten zur sozialen Kompetenz

Auf den einfachsten Nenner gebracht, bedeutet soziale Kompetenz, mit sich und seiner Umwelt (auf optimale Weise) zurechtzukommen. Laut dem Psychologen und jahrelangen Trainer für soziale Kompetenz Eric Adler sind für die Optimierung der eigenen sozialen Kompetenz drei wesentliche, aufeinander aufbauende Schritte nötig: 1. Selbstkenntnis, 2. Eigensteuerungsfähigkeit und 3. die Fähigkeit, das eigene Umfeld zu steuern. Fangen wir mit der Selbstkenntnis an.

Schritt Nummer 1: Die Selbstkenntnis

Wer in seinem Leben, egal ob privat oder beruflich, vorankommen will, braucht dafür ein Ziel und Motivation. Aber: Wie soll ich dieses Ziel erreichen, wenn ich nicht weiß, in welche Richtung ich mich bewegen muss? Das gelingt nur, wenn ich weiß, wo mein gegenwärtiger Ausgangspunkt liegt. Das ist nicht viel anders, als beim Navigationssystem im Auto oder einem Routensucher im Internet. Nur wenn Sie dort den Ziel- zusammen mit einem Ausgangsort eingeben, spuckt Ihnen das System die richtige Route aus.

Auf den sozial kompetenten Umgang mit anderen Menschen übertragen heißt das: Nur wer weiß, wo er selbst steht, das heißt beispielsweise welche Fähigkeiten, Wünsche, Hoffnungen er hat, der kann andere Menschen verstehen und lernen, mit ihnen auszukommen. Dazu ist es nötig, unser Bild, das wir selber von uns haben oder auch nach außen hin vermitteln (wollen), kritisch zu hinterfragen und unter Umständen zu revidieren. Ein möglicherweise schmerzlicher Prozess, der aber nötig ist, um zur Selbst(er)kenntnis zu gelangen.

Schritt Nummer 2: Die Eigensteuerung

Eine der möglichen Erkenntnisse, die man auf diesem Weg gewinnt, ist, dass vieles, was wir tun, nicht durch eigene Entscheidungen in Gang gesetzt wird, sondern dass wir in vielem fremdbestimmt und von anderen Menschen beeinflusst und “manipuliert” werden. Was nicht heißt, dass in all diesen Fällen böse Absichten dahinter stecken. Tatsächlich bringen uns tagtäglich andere Menschen dazu, sie bei der Erreichung ihrer eigenen Ziele zu unterstützen, was wir v.a. bei uns nahe stehenden Menschen oft gar nicht bemerken. Werden wir uns dessen plötzlich bewusst, kommen wir uns wie fremdgesteuerte Marionetten vor.

Genauso ist es bei unseren Gefühlen. Oft bemerken wir gar nicht, wie sehr z.B. positive oder negative Stimmungen unser Handeln direkt oder indirekt beeinflussen. Die Fähigkeit der Eigensteuerung bedeutet in dem Fall, sich von solchen Emotionen wie etwa Angst oder Wut so weit wie möglich frei zu machen und auf diese Weise entscheidungs- und handlungsfähig zu bleiben. Etwa indem wir im Zustand der Angst an etwas Positives denken und die Angst auf diese Weise unter Kontrolle halten.

Schritt Nummer 3: Die Steuerung des Umfelds

Gerade war davon die Rede, dass zur Optimierung unserer sozialen Kompetenz dazugehört, sich der alltäglichen “Manipulation” durch andere Menschen oder unsere Gefühle bewusst zu werden und dieser durch Eigensteuerung entgegen zu treten. Das gilt vor allem dann, wenn wir merken, dass uns die “Fremdbestimmung” durch andere Menschen erkennbar schadet. Genauso gehört zur sozialen Kompetenz, den Spieß sozusagen umzudrehen, und andere Menschen für uns zu “manipulieren”, das heißt unser eigenes Umfeld bewusst zu steuern.

Weil “Manipulation” sehr negativ klingt, sollte man besser von Überzeugen, Begeistern oder Motivieren sprechen. Denn tatsächlich geht es hier darum, andere Menschen dazu zu bringen, aus eigenem Antrieb und mit eigener Überzeugung das zu tun, von dem wir wollen, dass sie es tun. Hier kommt eine klare moralische Komponente ins Spiel, denn die Fähigkeit, andere Menschen auf diese Weise zu beeinflussen, bedeutet auch eine hohe Verantwortung, die man auf keinen Fall missbrauchen sollte.

Motivation als Beispiel für soziale Kompetenz

Da das alles bisher recht abstrakt klang, ein konkretes Beispiel. Stellen Sie sich vor, Sie möchten ein bestimmes Projekt verwirklichen und suchen dafür Mitstreiter. Das kann die Gründung einer neuen Abteilung in Ihrem Unternehmen sein oder auch ein gemeinsamer  Familienurlaub, zu dem Sie ihre Familienmitglieder überreden wollen. Wie stellen Sie das an? Sie können als Vorgesetzter oder Familienoberhaupt die anderen einfach dazu verdonnern. Dass der Urlaub dann kein besonders harmonischer werden wird, können Sie sich denken. Bei Ihren Mitarbeitern könnten Sie auch versuchen, Sie mit monetären Anreizen zu ködern. Aber auch das wird Ihnen nicht immer gelingen. Weit vielversprechender ist es: die potentiellen Mitstreiter für das eigene Vorhaben zu begeistern und auf diese Weise für sich zu gewinnen.

Das erreichen Sie beispielsweise dadurch, dass Sie zunächst einmal die eigenen Ziele, Träume und Wünsche, die Sie mit dem Projekt verbinden, auf überzeugende Weise deutlich machen. Und dass Sie außerdem an die Ziele, Träume und Wünsche der anderen appellieren. Um herauszufinden, welche das im Einzelnen sind, gehört dazu die Fähigkeit, sich in die anderen hineinzuversetzen: eine entscheidende soziale Kompetenz. Auch im Falle der Mitarbeiter durch Lob und Anerkennung deutlich zu machen, warum Sie jeden einzelnen in Ihrem Team haben möchten, ist ein guter Weg. Im Idealfall ist das Ziel: zu zeigen, warum am Ende alle von dem Projekt profitieren und es sich lohnt, das Projekt zu unterstützen.

Dazu muss man wissen, wer man ist und was man will (Selbstkenntnis); muss sich selbst auf effektive Weise motivieren und auch von falschen Gefühlen wie Angst oder Wut frei machen, damit man überzeugend klingt (Eigensteuerung); und muss schließlich herausfinden, was andere Menschen motiviert und diese Motivation durch entsprechende Motivationsreize beeinflussen (Steuerung des Umfelds). Das setzt eine gut ausgebildete soziale Kompetenz voraus. Das zu erkennen, ist im Grunde genommen der allererste, nötige Schritt zur Optimierung der eigenen, sozialen Kompetenz.

Ob Sie über die wichtigsten sozialen Kompetenzen verfügen und was diese im Wesentlichen ausmacht, verrät Ihnen unsere Checkliste Soziale Kompetenz.

Hilfreiche Lektüre-Tipps zur Theorie und Praxis der sozialen Kompetenz finden Sie in unserer Tipps & Tricks Sektion.  

 

 

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